Erfahrungsbericht Canon XH-A1 TEIL II

Der Artikel liegt jetzt schon einige Tage unveröffentlicht am Server, aber in letzter Zeit gibt es viel zu tun,das Wetter wird schöner und somit ist auch die Zeit zum Videos drehen wieder verstärkt angebrochen. Auch wenn ich noch nicht ganz fertig bin mit meinen Ausführungen, veröffentliche ich jetzt mal, damit es wieder etwas neues gibt und vielleicht warten ja schon ein paar auf die Fortsetzung.

Nachdem es ja im ersten Teil sehr viel um die Bedienung mit den 3 Ringen gegangen ist, möchte ich mich im zweiten Teil die Bedienung im Alltag etwas mehr von der allgemeinen Seite betrachten.

Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat HIER ist er noch immer

Dass ich mich dabei in Details verlaufe, möchte ich dabei aber nicht ausschließen.
Die Erfahrungen sind wiederum sehr subjektiv von meiner Sicht aus berichtet.

_dsc0407-2.jpg

Allgemeinen gibt es zur A1 zu sagen, dass die Kamera etwas schneller ist beim Einschalten als die XM2, aber nicht so flink wie etwa meine VX. Das ist zwar bei den meisten Drehs nicht Lebenswichtig, aber gerade im Reportageeinsatz ist es oft entscheidend, im richtigen Augenblick die Kamera Schussbereit zu haben.

Das Kassettenfach ist zumindest äußerlich und auch nach dem öffnen das gleiche wie bei der XM2. Das Laden von neuen Kassetten haben die Canoningeneure aber auch für mein empfinden etwas beschleunigt, was auch nicht schlecht ist. Aber auch hier ist meine VX noch immer am schnellsten Schussbereit.

Naja so tragisch soll das nicht sein, ob die Kassette nun 2 oder 3 Sekunden länger braucht um geladen zu werden oder nicht, aber wie schon gesagt, in manchen Situationen geht es um den Augenblick.

_dsc0808-7.jpg

Als Kassetten verwende ich im Ãœbrigen die Sony Premiums. Auch wenn das gegen so manche Meinung von erfahrenen Canon Usern geht, die schon so manche leidvolle Erfahrung mit der XM2 in Kombination mit Sony Kassetten gemacht haben.

Ich hab bisher auch mit der XM2 und den Sony Premiums recht gute Erfahrungen und damit im Gegensatz zu anderen Marken keine Probleme feststellen können. Wichtig erscheint mir, dass man die Bandsorte und vor allem Marke nicht ständig wechselt.

Nun hab ich die A1 noch nicht sehr lange im Einsatz und somit lassen sich auch keine Rückschlüsse ziehen, ob es Canon nun geschafft hat das alte „Remove the Cassett“ Problem der XM2 bei der A1 in den Griff zu bekommen.

Das HDV-Band, das im Lieferumfang in einem schicken Case daher gekommen ist, liegt allerdings nach wie vor unberührt im Karton.

Welche Kassetten jetzt für die A1 die Richtigen sind, und welche die Falschen, darüber möchte ich persönlich kein Urteil abgeben. Das muss schon jeder in seinem Ermessen abwiegen und in eigenen Tests herausfinden.
Die Canon lässt sich im Menü ja in fast allen nur erdenklichen Parametern justieren. So sind etwa in den Custom Functions zwei Plätze dafür reserviert, dass jeder Kameramann sein persönliches Setup einstellt. Ob es dabei um die Drehrichtung der 3 Ringe am Objektiv oder die Reaktionszeiten der AGC (Automatic Gain Control) oder des Focus geht, sehr vieles kann man hier einstellen.

Ich hab diese Parameter fast unberührt lassen, außer die Reaktionszeiten von AGC und Focus etwas reduziert. So kann man auch bei schnellen quick & dirty einsätzen mit Automatiken oder Halbautomatiken arbeiten und muss nicht befürchten, dass der Focus oder die Blende gleich ganz nervös zuckt, wenn etwa bei einem Schwenk plötzlich Licht bei einem Fenster in den raum kommt.

Alles andere hab ich so belassen, wie es war, weil ich es für meine Verhältnisse als O.K befand und man sich sowieso auf jede Kamera gesondert einstellen muss.

In den Custom Presets geht es noch etwas umfangreicher zu. Hier lassen sich Bildparameter im Farbverhalten und in der Schwarzsättigung, sowie Rauschreduzierung, Cine-Gamma… einstellen. Hiermit hab ich bisher noch sehr wenig Zeit gefunden um mich näher damit zu beschäftigen. Hier möchte ich gerne auf den sehr informativen und Hilfreichen Blog von Wolfgang Winne www.fxsupport.de verweisen. Er hat sich damit schon sehr viel auseinander gesetzt und auch eine angebliche Farbschwäche der A1 in seinen Presets berücksichtigt.

Ich selber verwende die Presets von Wolfgang, werde mir aber noch das eine oder andere für die Hochzeitssaison zurecht legen.
Vor allem mit Cine-Gamma läßt sich für so manche Situation, die hinterher im Clipstyle geschnitten werden soll schon beim Dreh jede Menge Zeit sparen für die Postproduktion.

Die Presets lassen sich auf Karte oder intern auf die Kamera speichern und per Knopfdruck abrufen. Was sehr schnell geht und in der Praxis oft der viel schnellere Weg ist um die Kamera auf neue Drehsituationen einzustellen. Vorbereitungszeit braucht man hier allerdings schon.

Anzuraten ist es dennoch, die Presets „offen“ zu gestalten um für die Postproduktion genug Spielraum zu haben. Lowlight:

Hier scheiden sich die Geister und es liegt wohl ein gutes Stück im subjektiven empfinden, ab wann ein Bild zu verrauscht ist um nicht mehr brauchbar zu sein. Ich hatte bei meinen ersten dreh die VX 2100 als Referenz dabei und hab mit beiden Kameras Aufnahmen gemacht.

Die XM2 blieb brav zu Hause, aber so viel kann ich verraten, die A1 ist der XM2 in puncto Lowlight klar voraus.

Wie kann es die A1 mit der Referenz VX aufnehmen?

Die Aufnahmen am Abend sind mit denen der VX ja wieder nicht wirklich zu vergleichen und ein eher grobes Rauschen bei der VX bei 12dB etwa kann auch nicht mit einem viel feinkörnigeren Rauschen der A1 verglichen werden. Tatsächlich hat das Objektiv der A1 scheinbar eine enorme Lichtleistung, denn die XH-A1 liefert bei 6dB ein beinahe so helles Bild wie die VX bei etwa 9dB. Somit hält sich das Rauschen bei der A1 in Grenzen. Aus Ermangelung an verschiedenen Presets, die es nicht mehr rechtzeitig auf meine Speicherkarte geschafft haben, habe ich mit einem Preset gearbeitet, dass die selben Rauschfilter bei allen Gaineinstellungen benutzt. Das Bild der A1 war bei 12dB mehr verraucht, als das der VX bei 12dB, wenn auch viel feiner. Hier könnte man die beiden Rauschfilter noch viel weiter aufdrehen, wobei das etwas auf Kosten der Bildschärfe geht. Da die XH-A1 aber so scharf abbildet, ist man dann immer noch etwa auf Niveau einer FX1, was sicherlich vertretbar ist.

Die FX1 ist ja die Referenz im HDV Bereich, was das Bildrauschen angeht, aber auch dort werkeln intern Rauschfilter. Die Rauschfilter der FX1 lassen sich allerdings nicht justieren, was ja bekanntlich bei der A1 recht einfach geht und über Presets auch schnell abrufbar ist.

Somit muss jeder für sich entscheiden, ob er etwas mehr Rauschen für eine größere Bildschärfe in Kauf nimmt, oder ob er eine Kleinigkeit des superscharfen Bildes den Rauschfiltern zum Opfer fallen lässt.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass es die A1 sehr wohl mit der VX 2100 aufnehmen kann im Lowlightbereich. Kann sein, dass man ein klein wenig mehr Bildrauschen bemerkt, aber ich werde sicher nicht in dunklen Ausnahmesituationen den Gang zum Koffer machen, um die VX raus zu holen, die kann schön als Backup-Lösung da drinnen bleiben, denn mit der A1 bin ich fast allen Situationen gewachsen auch wenn sie in der Lichtleitung nicht ganz an die VX heranreicht. Die Bilder sind brauchbar um in manchen Fällen kann ich den Kunden immer noch vor die Wahl stellen, ob er die Kerzenschein Stimmung haben will und ich ein etwas verrauschtes Bild habe oder ob ich Licht einsetze.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.